Mina K.
Zwischen zwei Welten

McDrive (Herbst 2004)

Das erste Mal, als ich als Frau das Haus verließ und dabei nicht zu einem Kostümfest ging, führte es meine Frau und mich zu einem McDrive. Ich trug einen nicht allzu kurzen Minirock, darunter allerdings Strapse, eine Bluse und darüber eine leichte Jacke meiner Frau. Ich hatte auch eine neue, brünette Langhaarperücke, die wesentlich besser aussah, als die alte schwarze aus dem Karnevalsbedarf.

Meine Frau ist gefahren. Selbst an den Schalter zu fahren und mit meiner tiefen Stimme die Bestellung aufzugeben und dann der Kassiererin freundlich ins Gesicht zu lächeln, traute ich mich nicht. Statt dessen wagte ich kaum, in die Richtung der Bedienung zu blicken, als sie uns die Burger in einer braunen Papiertüte übergab und sagte kein Wort.

Ich war froh, als wir weiter fuhren und ziemlich aufgeregt. Aber irgendwie machte es auch großen Spaß. Und zwar so groß, dass ich nur wenige Tage später erneut als Mina auf die Straße ging.

Diesmal trug ich einen langen schwarzen Rock, den meine Frau mir geliehen hatte und dazu eine meiner schlichteren Blusen. Darüber kam ein gefütterter, schwarzer Lackmantel, ebenfalls von meiner Frau. An den Füßen trug ich meine High Heels.

Wir gingen einfach nur zur Tür hinaus und liefen ein wenig durch die Nachbarschaft. Es war recht dunkel und einsam draußen und meine Absätze klackten recht laut bei jedem Schritt auf dem Asphalt. Es sind ein paar Autos an uns vorbeigefahren, sonst ist nicht viel passiert. Nach etwa 10 oder 15 Minuten waren wir wieder zu Hause.

Im Grunde war es gar nicht viel, aber für mich ein weiterer Schritt: Das erste Mal als Frau ohne den Vorwand eines Kostümfestes und ohne ein schützendes Auto um mich herum.

An dem Tag merkte ich übrigens auch, dass Mina unbedingt ein paar straßen- und alltagstauglichere Sachen zum Anziehen braucht. High Heels und Miniröcke fallen doch sehr auf.


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