Mina K.
Zwischen zwei Welten

McDrive (Oktober 2006)

An einem Wochenende fuhren meine Frau und ich mal wieder zu einem McDrive. Ich trug gerade ein paar eher gemütliche Sachen für zu Hause: eine graue Leggings unter einem bordeaux-roten Samt-Minirock (das war gerade modern), dazu  eine dunkelrote, halbtransparente Bluse mit einem hübschen schwarzen BH darunter, außerdem ein paar Nylon-Kniestrümpfe und meine italienischen Riemchensandaletten. Ich rechnete nicht damit, dass wir noch irgendwo hin wollten, da hatte meine Frau die Idee mit McDonalds.

Ich war ein wenig unsicher, ob ich mich vorher umziehen oder zumindest eine Jeans anziehen sollte. Das Problem war gar nicht mal, dass ich diese feminine Kleidung trug, sondern vielmehr dass ich ansonsten nicht als Mina zurecht gemacht war. Ich trug kein Make-up, keine Perücke und war nicht mal ordentlich rasiert. Das heißt, ich wäre niemals als Frau durchgegangen.

Ich wollte mich schon umziehen, da sagte meine Frau etwas von "sich einen Kick holen" und hatte mich überzeugt, so zu bleiben, wie ich war. Ich warf mir also nur einen langen Mantel über und stieg zu meiner Frau ins Auto auf den Beifahrersitz.

Aufgrund technischer Probleme mit der Sprechanlage am McDrive dauerte es dort recht lange, bis wir unsere Bestellung hatten. Außerdem war der Bereich dort sehr hell beleuchtet, so dass ich immer ein wenig angst hatte, jemand könnte was bemerken. Doch wie so oft war diese Angst völlig unbegründet, da sowieso niemand meine Leggings oder meine Schuhe im Fußraum des Autos sehen konnte. Und meine Oberweite samt Dekolleté war durch den Mantel und den Gurt weitestgehend verdeckt.

So kamen wir ohne weitere Zwischenfälle mit Burgern bepackt wieder nach Hause. Da es schon spät war und niemand mehr auf der Straße verhallte sogar das Klackern meine Absätze ungehört, von meiner Frau und mir mal abgesehen. Dennoch nahm ich mir vor, beim nächsten Mal wieder ganz als Frau raus zu gehen. Mit meiner Perücke fühle ich mich einfach besser im Röckchen 😊.


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