Mina K.
Zwischen zwei Welten

Karneval 1998

Das erste Mal als Frau außerhalb der eignen vier Wände unterwegs, noch unter dem schützenden Deckmantel des Karnevals, ging ich gleich als Prostituierte los. High Heels, Strapse, Netzstrümpfe, Minikleid und eine billige, schwarze Langhaarperücke aus dem Karnevalsbedarf waren meine Aufmachung. Ich hatte sogar meinen eigenen Zuhälter dabei, gespielt von einem guten Bekannten und Ex-Schwager.

Auf dem Weg zur Party-Location in einem Billard-Café holten wir noch einige Bekannte ab. Das Auto war abgestellt und wir gingen zur Haustür. Meine hohen Absätzen klickten laut auf dem Asphalt. Da hörte ich Pfiffe von einigen jungen Männern hinter mir. Sie riefen auch irgendetwas, was ich nicht verstand. Da auch meine Begleitung entsprechend auffällig gekleidet war — immerhin ging es zu einem Kostümfest — ahnten die Burschen vermutlich, dass ich kein echte Professionelle war, sondern nur so aussah. Ob sie allerdings merkten, dass ich noch nicht einmal eine richtige Frau war, bin ich mir nicht sicher.

Später auf der Party taten mir nach einiger Zeit vom vielen Tanzen in den hohen Schuhen ganz schön die Füße weh. Da lernte ich zum ersten Mal, was manche Frauen durchstehen. Zu meiner Verteidigung muss ich jedoch sagen, dass die Schuhe, die ich damals trug, mir fast zwei Nummern zu klein waren.

Spaß hat es mir gemacht, mit einigen anderen Frauen (biologisch :-) im Laufe des Abends mehrmals gemeinsam das Damenklo aufzusuchen, wie Mädchen das eben so machen.


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