Mina K.
Zwischen zwei Welten

Shoppingtrip nach Nimwegen (Februar 2022)

Unsere Tochter verbrachte an einem Wochenende mal wieder zwei Nächte im Pfadfinderlager. Es war die Idee meiner Frau, dass Mina die Gelegenheit doch mal wieder für einen kleinen Ausflug nutzen könnte.

Ich nahm den Vorschlag begeistert an und begann bereits am Donnerstag mit den Vorbereitungen. Meine Körperbehaarung war schon wieder recht üppig und erforderte eine Ganzkörperrasur mit dem Langhaarschneider. Außerdem war einer meiner Fußnägel eingerissen, doch meine Frau konnte ihn zum Glück reparieren.

Nachdem wir am Freitag unsere Tochter bei den Pfadfindern abgeliefert hatten, setzte ich meine Vorbereitungen fort. Unter der Dusche enthaarte ich meinen Körper vervollständig mit dem Nassrasierer und später lackierte ich mir noch die Fußnägel. Bei den Fingernägeln half mir meine Frau.

Ein wenig Kopfzerbrechen bereiteten mir meine Haar. Ich hatte sie seit einige Zeit lang wachsen lassen, in der Hoffnung daraus mal eine feminine Frisur formen zu können. Wir kauften sogar eine Tönung, um die schon leicht ergrauten Haare etwas aufzufrischen. Doch letztendlich entschied ich mich schließlich dagegen, da ich nicht daran glaubte, dass das funktionieren würde, und lieber auf meine Perücke setzte.

Am Samstag frühstückten wir erst gemeinsam, dann machte ich mich fertig. Nach einer gründlichen Rasur im Gesicht zog ich mich an, schminkte mich und legte meinen Schmuck und die Perücke an. Mein Outfit bestand diesmal aus einem grauen Kunstlederrock, der über dem Knie endete und einem grau-melierten, fluffigen Pullover. Dazu trug ich eine grau gemusterte Thermo-Strumpfhose und meine Lieblings-Stiefel. Darunter trug ich einen schwarzen BH, mein schwarzes Caché-Sex-Höschen und einen schwarzen Body.

Um kurz vor 14 Uhr fuhren wir los Richtung Nimwegen. Wir legten noch einen Zwischenstopp an einer Bank ein, um etwas Bargeld abzuheben und später noch einen weiteren an einer Autobahnraststätte, weil meine Frau dringend aufs Klo musste. Ich nutzte die Wartezeit, stieg aus und rauchte einen Joint. Das half gegen die Aufregung, denn ich hatte die ganze Zeit über schwitzige Hände. Außerdem machte es Spaß, ein paar Schritte zu laufen und mein Frau-sein in der Öffentlichkeit zu genießen.

Die Fahrt ging weiter und nach einer Weile erreichten wir unsere Ziel und suchten einen Parkplatz. Dann gingen wir endlich los in Richtung Innenstadt. Es war etwa 16 Uhr und wir gingen davon aus, noch mindestens zwei Stunden Zeit zum Shoppen zu haben.

Meine Frau fand als erstes einen Laden mit Küchenutensilien namens "Dille & Kamille" und allerlei anderem Kram. Das war weniger was für mich, aber natürlich gönnte ich es ihr, dort zu stöbern.

Danach ging's zum H&M, was schon mehr nach meinem Geschmack war, doch ich fand nichts reizvolles. Meine Frau kaufte ein Oberteil für unsere Tochter.

Die nächste Station war das Schuhgeschäft van Haren, eine Tochterfirma von Deichmann. Doch schon beim Eintreten wies man uns darauf hin, dass der Laden gleich um 17 Uhr schließen würde. Wir hatten also nicht mal 10 Minuten Zeit, für meinen Geschmack definitiv zu wenig, wo ich doch so gern Schuhe anprobierte. Wir liefen zügig durch die Reihen und ich hielt Ausschau nach Schnäppchen. Auf die Schnelle fand sich nur ein Paar Stiefelletten in Größe 42. Ich überlegte kurz, sie anzuprobieren, doch es war schon vier Minuten vor Fünf und da ich immer etwas länger brauche, sparte ich mir die Anprobe und wir verließen das Geschäft. Und ohne Anprobe kaufe ich keine Damenschuhe mehr.

Ein paar Meter weiter war C&A, ohne erkennbare Öffnungszeiten. Dort gab es viele Angebote und ich wurde schnell fündig. Als ich alle Reihen abgelaufen bin und den Arm voller Klamotten hatte, suchte ich die Umkleidekabinen auf. Dort begegnete ich meiner Frau, die inzwischen auch etwas anprobiert hatte, doch es gefiel ihr nicht.

In der Kabine probierte ich alle Sachen nacheinander an. Ich hatte zwei Oberteile, einen Rock und eine Hotpants. Ein blaues Oberteile hatte zu kurze Ärmel, obwohl ich schon Größe 44 ausgewählt hatte. Ich bat meine Frau nach einer größeren Nummer zu suchen und probierte inzwischen den Rest an.

Schein beim Ausziehen meines eigenen Pullovers hatte ich wieder schwer mit meiner Perücke zu kämpfen. Ich konnte nicht verhindern, dass sie mir vom Kopf rutschte. Das war immer das nervigste beim Shoppen, insbesondere wenn man Oberteile anprobieren möchte.

Meine Frau kam mit dem blauen Oberteil in Größe 46 zurück und meinte, ich solle mich beeilen, da der Laden um 17:30 Uhr schließen würde. Ich bemühte mich so gut ich konnte, musste aber nach der Anprobe erst wieder meine Frisur reparieren. Meine Frau nahm meine Auswahl und ging sie schon mal bezahlen. Als ich schließlich die Kabine verließ, waren wir die letzten Kunden im Geschäft und drei Mitarbeiter standen Spalier, um uns zu verabschieden. Ich sagte freundlich "Tot ziens" und lächelte.

Wer weiß, ob jemand etwas ahnte. Immerhin hatte ich meinen langen Mantel bis oben hin geschlossen und trug außerdem eine Mund/Nasen-Maske, die übrigens mit der Zeit auf Innenseite ganz rot von meinem Lippenstift wurde.

Die meisten Läden waren bereits geschlossen, als wir gegen 17:35 das Geschäft verließen. Meine letzte Hoffnung setzte ich auf Primark, die bekanntermaßen in allen niederländischen Städten immer am längsten auf haben.

Ich fand dort einen BH und ein paar halterlose Strümpfe. Aber in der Schuhabteilung war nichts ansprechendes zu finden und auch die Ausbeute an Kleidung war eher mau. Lediglich ein blauer langärmeliger Body fand mein Interesse und ich nahm ihn in zwei Größen mit in die Umkleidekabine.

Mit der Frau am Eingang zu den Kabinen zu sprechen, machte mir längst keine Angst mehr. Erfahrungsgemäß sind sie zu allen Kunden freundlich, und das schließt Crossdresser mit ein. In der Umkleidekabine setzte ich diesmal zuerst meine Perücke ab, bevor ich den Body in der kleinen Größe anprobierte. Er war recht figurbetonend und die Nippel meiner Silikonbrüste waren deutlich zusehen. Den musste ich haben! Vor dem Anziehen benutzte ich mein Deo, welches ich immer in meiner Handtasche mitführte. Nachdem ich meine Perücke wieder hergerichtet hatte, besserte ich auch meinen Lippenstift ein wenig auf.

Meine Frau hatte auch noch ein paar Kleinigkeiten und wir stellten uns an der Warteschlange für die Kasse an. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange. Ich packte die Sachen in meinen pinkfarbenen wiederwendbaren Beutel, denn ich ebenfalls in meiner Handtasche mitführte, während meine Frau bezahlte.

Es war jetzt kurz vor halb sieben und damit unser Shoppingtrip zwangsweise beendet. Aber wo wir schon mal in den Niederlanden waren, wollten wir auch noch ein oder zwei Coffeeshops besuchen.

Nachdem wir auch das erledigt hatte, gönnten wir uns in einem kleinen Restaurant namens Eethuis Maartje eine Snack und eine Pause. Anschließend hatten wir noch gut einen Kilometer bis zum Auto zu laufen. Ich war ganz froh, als wir endlich ankamen.

Auf der Rückfahrt legte wir noch an einer Autobahnraststätte eine kurze Pinkelpause ein, denn meine Blase drückte. Außerdem wollte ich auf meinem Ausflug wenigstens noch einmal auf die Damentoilette. Wie das Anprobieren von Damenschuhen, was mir heute ja verwehrt blieb, gehörte es zu den alltäglichen und gewöhnlichen Dingen im Leben einer Frau, die für mich aber immer etwas Besonderes waren.

Gegen 21:30 Uhr waren wir schließlich wieder zu Hause. Es passierte nicht mehr viel, außer dass ich mir gemeinsam mit meiner Frau noch einen Film ansah, natürlich immer noch en femme.

Im Nachhinein betrachtet, war es vermutlich eine blöde Idee, für gerade mal 2 Stunden Shoppingzeit, insgesamt vier Stunden Fahrtzeit (hin und zurück) auf sich zu nehmen. Aber die aktuellen Corona-Beschränkungen in NRW verlangten immer noch einen Impf- oder Testnachweis in Verbindung mit dem Personalausweis. Und den wollte ich als Mina nur ungern vorzeigen, da weder das Bild noch der Name zu mir passten, und ich hatte keine Lust auf unangenehme Diskussionen mit den Leuten am Eingang der Geschäfte, die das kontrollierten. In den Niederlanden gab es solche Regeln zu dem Zeitpunkt nicht.

Aber der Ausflug hatte mir trotz allem Spaß gemacht. Ich hatte keinerlei seltsam prüfende Blicke von anderen Personen bemerkt, egal ob es sich um Passanten oder Angestellte in der Geschäften handelte. Möglicherweise hatte die Mund-Nasen-Maske sowie mein hochgeschlossener langer Mantel die meisten verräterischen Hinweise darauf, dass ich keine echte Frau war, bedeckt. Aber vielleicht störten sich die Leute auch einfach nicht mehr so an Personen, die mit den Geschlechterrollen spielten.


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